Propstei Lübeck

Ein Besuch im Lapidarium von St. Marien (mit Video)

Lübeck. Ein besonderer Ort in St. Marien zu Lübeck, der den meisten Besuchenden verborgen bleibt: das Lapidarium, unweit der berühmten Totentanz-Orgel. Hier, in einem nach dem Zweiten Weltkrieg errichteten Bereich, in einem hölzernen Verschlag lagern auf Regalbrettern, in Kisten und Kartons besondere Schätze der Kirchengeschichte.

Zeitzeugen aus Kupfer und Stein

Im Lapidarium finden sich Kupferteile, Putten und zahlreiche Bauelemente, die einst die Kirche St. Marien schmückten. Besonders eindrucksvoll ist das Inventarstück mit der Nummer 189: einer der beiden ursprünglichen Wetterhähne, die zuvor fast 600 Jahre die Türme der Kirche krönten.

Beide Wetterhähne stürzten bei den Bombenangriffen in der Palmsonntagnacht 1942 beim Einsturz der Türme herab. Nur einer konnte später aus den Trümmern der Lübecker Altstadt geborgen werden – heute ein zentraler Teil des Lapidariums.

Erinnerung an Zerstörung und Neubeginn

Die Wetterhähne wurden beim Wiederaufbau der Türme erneuert und bestehen heute aus verstärktem Kupfer. Sie stehen symbolisch für Zerstörung und Wiedergeburt, für den Mut, den Glauben buchstäblich neu auf die Spitze zu setzen, und erinnern daran, dass selbst nach dramatischen Verlusten Kontinuität und Hoffnung möglich sind.

Ein Blick ins Lapidarium 

Ein Blick in das Lapidarium von St. Marien – begleitet von Marienpastor Robert Pfeifer, der spannende Hintergründe und Geschichten zu den Objekten erzählt.