Warum digitale Kirche?

Glaube braucht Nähe – aber Nähe und Gottesdienst können heute anders aussehen als noch vor zwanzig Jahren. #liveline ist für das Team und die Mitfeiernden ein Ort geworden, an dem genau das spürbar wird: Wir teilen Glauben, obwohl wir nicht im selben Raum sitzen, und erleben doch Gemeinschaft. 

Eine Gemeinschaft über Grenzen hinweg

Was uns immer wieder tief bewegt, sind die Gebete im Chat, per WhatsApp oder Email. Da schreiben Menschen von ihrer Angst vor einer Operation, ihrer Einsamkeit am Abend oder ihrer Dankbarkeit für einen geglückten Neubeginn – meist viel offener, als sie es in einer vollen Kirche tun würden. In diesen Nachrichten ist etwas von dem Vertrauen zu spüren, dass Gott auch durch ein Smartphone hindurch zuhört. 
Manche, die bei den #liveline-Gottesdiensten dabei sind, haben wenig Kontakt zur klassischen Ortsgemeinde. Einige finden sich in der Musik vor Ort nicht wieder oder fremdeln mit festen liturgischen Formen. Digital entsteht für sie ein Raum, in dem sie trotzdem andocken können – mit moderner, direkter Sprache, anderer Musik oder auch der Möglichkeit, Gottesdienste in Gebärdensprache mitzuerleben, weil das im Digitalen gut möglich ist.

Echtes „wir“ statt „einer gegen alle“

Besonders lebendig wird #liveline im Moment des Gottesdienstes selbst. Das liegt auch am direkten Rückkanal: Reaktionen auf die Predigt erreichen das Team in Sekunden, das „Amen“ im Chat. Menschen erleben Gemeinschaft und beten füreinander, obwohl sie nie eine Kirchenbank geteilt haben. Es fühlt sich manchmal an wie das Tuscheln der Konfirmand:innen in der letzten Bankreihe – nur dass alle ganz nah dran sind am Geschehen, am Altar, an der Musik, an den Gesichtern.

Gott ist dabei. Egal auf welchem Kanal.

Für uns als Team zeigt #liveline: Glaube und Gemeinschaft sind nicht auf Sonntagmorgen um 10 Uhr an einem festen Platz festgelegt. Menschen erleben die Grenzen und Möglichkeiten digitaler Kommunikation sehr unterschiedlich – für einige ist gerade dieser digitale Raum der Weg, überhaupt Teil einer Gemeinschaft sein zu können. Wir sind überzeugt von einer Kirche, die über Kabel, Kameras und Chats Menschen miteinander verbindet. Bei #liveline wird spürbar: Gott ist längst auf allen Kanälen unterwegs.