Woher wir kommen
Wie geht Nähe auf Entfernung?
Die Geschichte von #liveline hat nicht mit einem Konzept am Schreibtisch angefangen, sondern mitten in einer Krise. Als im März 2020 der erste Lockdown kam und ab dem 16.3. alle Präsenzgottesdienste verboten wurden, haben wir uns gefragt: Wie bleiben wir bei den Menschen, wenn sie nicht mehr in die Kirche kommen dürfen? Innerhalb von vier Tagen wurde die St.-Jürgen-Kapelle in Lübeck ausgeräumt und in ein provisorisches Studio verwandelt – und am 21. März ging der erste Gottesdienst auf Youtube „über den Sender“. Das erste Osterfest 2020 im Lockdown war ein wichtiger Meilenstein: In einer Zeit, in der vieles still stand, wurde dieser digitale Gottesdienst für viele zum Zeichen, dass Hoffnung trotzdem gefeiert werden kann.
Am Anfang war die Teamarbeit
Von Anfang an war #liveline Teamarbeit. Das Pfarrteam der St.-Jürgen-Gemeinde und ein großes Team jugendlicher Ehrenamtlicher brachten sich ein – viele von ihnen hatten schon Erfahrung mit Livestreams und hatten eine Ahnung, wie Bild und Ton zusammenkommen müssen, damit ein echter Gottesdienst „auf dem Bildschirm“ wird. Diese Mischung aus Erfahrung und Neugier bringt die Energie, die #liveline bis heute prägt.
Eine Gemeinde wächst
Während in den ersten Monaten der Pandemie noch viele Gemeinden ihre Gottesdienste für die eigenen Mitglieder übertrugen, passierte bei #liveline etwas Besonderes: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen von Anfang nicht nur aus Lübeck. Menschen aus anderen Regionen und Ländern schalteten sich dazu, blieben dabei – und die Zugriffszahlen blieben auch nach den Lockdowns stabil.
Über Monate feierte das Team jeden Sonntag Gottesdienst mit der Online-Community. Auch für die Mitwirkenden gab das in den Lockdowns Halt: Wir hatten eine Aufgabe, eine regelmäßige Verabredung, ein gemeinsames Ziel. Die Ehrenamtlichen sammelten in dieser Zeit unglaublich viel Wissen darüber, wie „Fernsehen“ funktioniert, welche technischen Standards möglich sind und wo die eigenen Grenzen liegen. Ein Satz wurde typisch für die Atmosphäre im Team: „Das haben wir noch nie gemacht. Das müssen wir ausprobieren!“
#liveline – es bleibt spannend
Anfang 2026 ist #liveline an einen neuen Ort umgezogen und das Projekt konsolidiert sich weiter. Was aus einer spontanen Notlösung entstanden ist, wächst mehr und mehr zu einer festen Form digitaler Kirche heran. Die Geschichte von #liveline erzählt, wie aus einer Krise ein Aufbruch wird und aus einem Experiment eine Gemeinschaft. Wir freuen uns darauf, auch in Zukunft Wege zu den Menschen zu finden, um sie mit der guten Nachricht zu erreichen.